Kategorie: Allgemein

Harry G über “Wein Gschaftler”

Harry G über “Wein Gschaftler”

Im “Wein Gschaftler” nimmt sich Harry G Weintrinker vor, die ihr Wissen zur Schau stellen. Gekonnt karikiert er, wie Weine verkostet werden und sich die selbst ernannten Weinexperten verhalten, wenn sie die Weinkarte lesen und Empfehlungen des Kellners in den Wind schlagen.

Ein Kochkurs der besonderen Art

Ein Kochkurs der besonderen Art

Es ist 8 Uhr morgens und die ersten Teilnehmer trudeln ein. Die Location – wie es heutzutage heißt – ist ein bekanntes Gut östlich von München. Einige Teilnehmer kommen von weit her, sogar aus „Bayrisch-Sibirien“, wie die Oberbayern gerne den Bayrischen Wald benennen. Es muss weiterlesen

Und dann die Sache mit der Nase

Und dann die Sache mit der Nase

Wie riecht Wein? Angenehm, unangenehm, nach gar nichts? Das wären wohl die ersten Worte von den meisten von uns. Dies reicht als Beschreibung natürlich hinten und vorne nicht. Unsere Experten, allen voran Weinverkäufer, Sommeliers und bestens gebildete Weintrinker zerlegen den Weingeruch in „Anklänge von Zitrusnoten, leicht flüchtige florale Aromen bei Weißwein“ oder, und jetzt wird’s interessant, in „Noten von schwarzem Tabak, Bukett wie nasser Hund oder gebrannter Gummi“; bei bestimmten Rotweinen.

Wie gut könnnen SIe riechen?

Jeder von uns hat eine Nase, die wir riechend durch die Welt tragen. Obwohl die Wissenschaft behauptet, der Mensch könne bis zu 10.000 Gerüche unterscheiden, sind wir im Vergleich mit vielen Tieren „geruchsblind“.

Damit stehen wir knietief im Thema. Niemals gerochene Düfte können wir zwar unterscheiden, aber ohne Zusammenhang weder einordnen, noch benennen. Wer noch nie in einem Kuhstall war, kann den Ekel der Wissenden nicht nachvollziehen.

Wir empfinden Gerüche entweder als unangenehm, abstoßend -Kuhstall- oder angenehm, wie den Duft einer Rose oder das Parfüm einer Frau. Diese starken, oft aufdringlichen Düfte kennt jeder und kann diese meist auch einordnen.

Und jetzt die Gretchenfrage: Würden verschiedene Menschen diese Gerüche jeweils mit den gleichen Worten beschreiben? Wir dürfen davon ausgehen, dass die Beschreibungen durchaus unterschiedlich ausfallen würden.

Können wir Düfte, die uns ohne Kontext präsentiert werden, zuordnen? Sind wir in einem Kuh- oder Schweinestall, oder in einer Bahnhofstoilette; ist das der Duft einer Hundsrose oder der einer Essigrose; Chanel Nr.5 oder die Billigmarke von Rossmann? Die Antwort dürfte wohl lauten: Landwirte werden es können, der Rosenzüchter und die Parfümfachverkäuferin wohl auch, weil sie alle durch ihr Fachgebiet konditioniert sind und einem laufenden „Trainingsprozess“ ausgesetzt sind. Das bringt uns direkt zu einer anderen Art von Nase.

Das riechen die Experten

„Dieser Wein hat eine elegante Nase“, sagen die Experten, und halten sich ein Glas Wein unter den eigenen Riechkolben. Ob beim Einkauf im Weinladen oder bei einem Weinseminar – früher hieß dies schlicht Weinprobe – wird man meistens mit einem speziellen Wortschatz zur Weinbeschreibung traktiert: „Weinsprech“, als Ausdruck von Kennerschaft.

Hilflos sitze ich im Weinseminar und schäme mich, dass ich diese Geruchsexplosionen des gerade kredenzten Weines beim besten Willen zwar riechen, aber nicht benennen kann. Die anderen Teilnehmer nicken zustimmend zu den Anklängen an Stachelbeere. Warum bin ausgerechnet ich unfähig, den leichten Anklang an Stachelbeere zu erkennen?  

Die Antwort ergibt sich aus dem Tenor des oben Gesagten: Ich bin nicht trainiert Wein zu riechen und zu benennen, die anderen Teilnehmer, aller statistischen Wahrscheinlichkeit nach, auch nicht. Es ist für viele Menschen verstörend zu erleben, dass wir schon bei alltäglichen Düften versagen, wenn uns diese ohne Kontext erreichen.

In einer meiner Veranstaltungen hatte ich einen Preis ausgelobt, der davon abhing, einen auf einer Stoffserviette präsentierten Duft (hier Banane) zu erkennen. Fünf! Teilnehmer scheiterten, bevor der Preis vergeben werden konnte.

Das meint viino

Zum Schluss die gute Nachricht. Sie müssen sich dieser Mühsal, Weinaromen zu erkennen und im Weinsprech zu benennen, nicht unterziehen, wenn es Ihnen keinen Spaß macht. Verstecken Sie sich bei Ihrem nächsten Weineinkauf bitte aber auch nicht hinter dem Satz: „Ich verstehe leider nichts von Wein“! Sie brauchen nichts von Wein zu verstehen, was Sie aber sicher wissen, wie der Wein schmecken soll, damit er Ihnen schmeckt! Und versuchen Sie bitte nicht den Weinsprech nachzuahmen, sondern nehmen ihre eigenen Worte, mit denen Sie diesen Wein beschreiben, der Ihnen geschmeckt hat. Das sind meist Beschreibungen wie „fruchtig, frisch, hat nicht gekratzt…“

Oder Sie konfrontieren den Verkäufer mit der Gelegenheit, zu der der Wein passen soll. Wird’s ein Mädelsabend oder doch die Einladung der Familie zum Geburtstagsessen.

Sollte der Verkäufer damit nicht zurechtkommen, ist das sein Problem, nicht Ihres!

Bild: Anton Wallisch
Chenin blanc

Chenin blanc

Chenin Blanc ist eine faszinierende und unterschätzte Rebsorte mit einem großen Aromenspiegel. Sie ist vielseitig ausbaubar vom schlanken, trockenen Terrassenwein über Speisegleiter zu Fisch und Geflügel bis hin zu exzellenten Dessertweinen. Mit ihrer frischen Säure bringt die Traube hervorragende Crémants hervor und bei entsprechender Kellerarbeit hat Chenin Blanc auch ein ausgezeichnetes Alterungspotential.

Weinwissen: Säuregehalt

Weinwissen: Säuregehalt

Der Säuregehalt im Wein wird auf dem Etikett nicht ausgewiesen. Dennoch enthält Wein verschiedenste Säuren, manche davon sind natürlichen Ursprungs, andere werden zugegeben. Verlassen wir uns deshalb auf unseren eigenen Geschmack, gehen zum Winzer/Weinhändler unseres Vertrauens, lassen uns beraten und probieren die Weine vor dem Kauf.

Wein mit Beigeschmack – die WISO Doku

Wein mit Beigeschmack – die WISO Doku

Am 01.11.2021 wurde im ZDF eine Dokumentation über die Tricks bei der Weinherstellung ausgestrahlt. Seither wird online kontrovers dazu diskutiert, z.B. in der facebook-Gruppe “Hauptsache Wein” und auf der Instagram-Seite der ZDFmediathek, die den Beitrag dort zusammengefasst unter dem Titel “Die Deutschen und der Wein” anbietet.

Wo Wein gekauft wird

Die Hälfte des Wein-Einkaufs wird in Deutschland beim Discounter gemacht, nur 21 % der Deutschen kaufen Wein beim Fachhändler. Im Durchschnitt geben wir laut der WISO Doku € 2,34 pro Flasche aus. Dann wurde vorgerechnet, mit wie viel Flasche, Etikett, Transport und andere Nebenkosten zu Buche schlagen und wie viel der Wein in der Flasche dann tatsächlich kostet.

Klicken Sie auf das Bild, um das Video in der ZDF-Mediathek zu starten.

Was steckt alles drin in den Weinen

Danach ging die Doku der Frage nach, wie der Wein hergestellt wird, um so günstig sein zu können. Die beliebtesten dieser Discounterweine kommen aus Südafrika und dem Bordeaux, deshalb wurde über die Arbeitsbedingungen und die Produktion der Weine vor Ort berichtet. Am Schluss kam dann noch ein französischer Bio-Winzer zu Wort.

Wie sind die Meinungen dazu

Kontrovers diskutiert wurde in den genannten Foren unter anderem die einseitige Berichterstattung und das Schwarz-Weiss-Bild Massenproduktion versus Bio-Wein. Hier meldeten sich auch Winzer zu Wort, die auf vielfältige Abstufungen beim biologischen und herkömmlichen Weinbau hinwiesen. Aber auch Verbraucher meldeten sich zu Wort, um die Discounterweine zu verteidigen oder auf ihre durch Pestizide verursachten Allergien hinzuweisen.

Das Viino-Fazit

Etwas schade fand ich, dass ein einzelner französischer Bio-Winzer porträtiert wurde wo es doch auch in Deutschland einige Winzer gibt, die schon seit Jahrzehnten biologischen Weinbau betreiben, wie Heiner Sauer in der Pfalz oder das fränkische Weingut Roth, das wir hier auch schon vorgestellt haben. Da es viele Sichtweisen auf das Thema der Doku gibt, schließe ich heute nicht mit einer Empfehlung, sondern zwei Zitaten.

Ich würde empfehlen, keine Weine für unter zehn Euro zu kaufen. Wenn ich möchte, dass alle nachhaltig davon leben können, ist das eine gute Startmarke. Dass das nicht immer geht, ist auch klar.

Sommelière Maria Rehermann im Interview mit der Süddeutschen Zeitung für die Rubrik “Essen und Trinken” am 07. September 2020.

In der Dokumentation werden zwei Welten beschrieben, die im Grunde genommen nichts miteinander zu tun haben, ausser dass am Ende ein Produkt steht, das Wein heisst.

Toni Wallisch, ehemaliger Wein-Fachhändler und Autor von Viino – das Wein-Netzwerk
Das Weinheim in Schwabing – die Weinbar für Weingeniesser

Das Weinheim in Schwabing – die Weinbar für Weingeniesser

Ein große Auswahl an Weinen „by the glass“, feine, regional geprägte Küche mit deutschen und österreichischen Gerichten, großartige Gastfreundlichkeit und kompetente Beratung zeichnen das Weinheim aus. Die Lage im Herzen Schwabings mit Innen- und Außen-Gastronomie sowie coole Wein-Zitate machen zusätzlich Spaß.

Buchtipp: „Von wegen leicht und lieblich“

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Von wegen leicht und lieblich – Das ultimative Weinbuch nur für Frauen: Lesegenuss pur, nicht nur inhaltlich sondern auch optisch. Und man lernt eine Menge über Wein, das Weinmachen und alles rund um den Wein wie Gläser, Essen, Gesundheit.