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Weinwissen: Alkohol

Weinwissen: Alkohol

Wein enthält nicht nur eine Sorte „Alkohol“, sondern eine Vielzahl von chemischen Verbindungen, die zur Gruppe der Alkohole zählen. Damit wollen wir uns in diesem Beitrag beschäftigen.

Weingut Mariell, Burgenland, Austria

Weingut Mariell, Burgenland, Austria

Im DAC-Gebiet Leithaberg im österreichischen Burgenland liegt der beschauliche Ort Großhöflein, Heimat des Weingutes Mariell. Neben Bio-Wein produziert die Familie Traubensaft, Balsamessig, Traubenkernöl, Chutneys, Marmeladen sowie Obst-, Trester- und Weinbrände und betreibt auch ein Heurigen-Lokal. Biologische Bewirtschaftung heißt für die Mariels der komplette Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmittel. So werden herausragende Rot- und Weißweine erzeugt, die stets beste Bewertungen erhalten, zuletzt in der Weinfachzeitschrift Vinaria (15.11.2021)

Wein-Wissen: Säuregehalt

Wein-Wissen: Säuregehalt

Heute beschäftigen wir uns mit den Säuren im Wein. Auf den Flaschenetiketten erfahren wir schon mal nichts zum Thema! Hier werden gerade mal zwei Inhaltsstoffe angegeben: Alkohol und Schwefel (Sulfite). Viele Winzer und andere Weinverkäufer geben in ihren Veröffentlichungen (Website, Verkaufsprospekt, Preislisten) zusätzlich den Restzuckergehalt und die enthaltene Gesamtsäure in der Einheit g/l an. Und hilft uns das weiter? Nicht wirklich! Was damit angegeben wird, ist lediglich der Wert für alle im Wein enthaltenen Säuren und das sind viele:

Säuren, die aus der Beere kommen

Weintrauben
Unreife Trauben, Toni Wallisch

Weinsäure, Äpfelsäure (es heißt wirklich Äpfel -, nicht Apfelsäure!) und meist ein wenig Essigsäure (bei faulem/angepicktem Lesegut) entstehen als Hauptsäuren eines Weins bereits in der Beere, in wechselnder Zusammensetzung, abhängig von Sorte und Qualität der Beeren. In guten Jahrgängen beträgt das Verhältnis Weinsäure zu Äpfelsäure 1:1 bis 1:2, in schlechten Jahrgängen bis 1:5, da bei ungünstigen Witterungsverhältnissen (wenig Sonne) die hohe Konzentration (bis zu 15 g/l) an Äpfelsäure nicht ausreichend zu Zucker verstoffwechselt wird. Wird dies nicht im Most oder spätestens im Wein durch Entsäuerung mit Calciumcarbonat korrigiert, entsteht der typische, kaum trinkbare „Sauerampfer“.

Ein Teil der Weinsäure kann bei höheren Alkoholgraden als Weinstein ausfallen, was in der Flasche zu den typischen und absolut harmlosen Weinsteinkristallen führt. Das Entstehen von Weinstein kann durch kellertechnische Maßnahmen verhindert werden.

Gärungssäuren und zugesetzte Säuren

Zitronensäure

Zitronensäure entsteht nur geringen Mengen in der Beere selbst und als Nebenprodukt der alkoholischen Gärung. Häufiger wird Zitronensäure zugesetzt, um Eisentrübungen vorzubeugen. Die erlaubte Höchstmenge im fertigen Wein beträgt 1 g/l.

Ein geringer Anteil an schwefliger Säure (Schwefeldioxid) – bitte nicht mit Schwefelsäure verwechseln – wird ebenfalls im Zuge der Gärung gebildet, der deutlich größere Anteil wird jedoch zur Stabilisierung des Mostes/Weines zugesetzt. Schweflige Säure wirkt antibakteriell, antioxidativ und enzymhemmend.

Kohlensäure wird bei der alkoholischen Gärung gebildet und entweicht größtenteils. Ein kleiner Teil bleibt gerade bei jungen Weinen im Wein gelöst, manchmal wird Kohlensäure auch zugeführt, um den spritzigen Charakter des Weines (Perlweine, Secco-Weine)zu verstärken. Bei der Produktion höherwertiger Schaumweine wird durch Kellertechnik verhindert, dass die natürliche Kohlensäure entweichen kann.

Ausgereifte Trauben, die mit dem Schimmelpilz Botrytis (auch Edelfäule genannt) befallen sind, bilden zusätzlich noch Gluconsäure. Aus diesen Trauben werden hochwertige Süßweine (Trockenbeerenauslesen) produziert, die leider auch die höchsten Säurewerte aufweisen!

Biologischer Säureabbau

Neben der alkoholischen Gärung ist bei der Weinbereitung der biologische Säureabbau auch malolaktische Gärung genannt – von Bedeutung. Biologischer Säureabbau deshalb, weil hier durch Milchsäurebakterien die scharf schmeckende Äpfelsäure in die mildere Milchsäure überführt wird. Die Weine werden dadurch weicher und vollmundiger, verlieren dabei aber auch die frische Fruchtigkeit, die vor allem bei jungen Weißweinen angestrebt wird. Bei dieser Art von Weißweinausbau wird deshalb der Säureabbau im Keller verhindert (durch Kälte und/oder Zugabe von schwefliger Säure). Bei Rotweinen wird der Säureabbau dagegen fast immer zugelassen oder sogar bewusst eingeleitet, um die Entwicklung des Säurespektrums im Wein verfolgen und ggf. steuern zu können.

Flüchtige Säuren

Essigsäure
Essigsäure

Flüchtige Säuren entstehen durch mikrobielle Verunreinigungen und gelten, falls kritische Grenzwerte überschritten werden, als Weinfehler. Unter sauerstofffreien (anaeroben) und hygienisch einwandfreien Gärbedingungen wird nur sehr wenig Essigsäure (als führender Vertreter der sog. „flüchtigen Säuren“) gebildet. Ein zu hoher Essigsäuregehalt deutet auf eine mikrobielle Verunreinigung des Mostes und auf einen Sauerstoffeintrag während der Gärung hin. Unter aeroben Bedingungen setzen Essigbakterien Alkohol zu Essigsäure um. Der Wein gilt bei Werten über 1,08 g/l Essigsäure bei Weißwein und 1,2 g/l bei Rotwein als verdorben und nicht mehr verkehrsfähig.

Gesamtsäure

Für die freiwillige Säureangabe wird im Labor die titrierbare Gesamtsäure ermittelt und in Deutschland standardisiert als Weinsäure berechnet. In südlichen Ländern, insbesondere in Frankreich, wird als Bezugsgröße Schwefelsäure verwendet. Die Ergebnisse sind deshalb nicht vergleichbar. Bei Säurewerten unter 4 g/l läuten die Verdachtsglocken. Viele Weinhändler kennen den Unterschied nicht, und preisen den Wein als säurearm an. Der Umrechnungsfaktor von Schwefel- zu Weinsäure beträgt 1,54. Ein französischer Wein mit angegebenen 3,6 g/l Gesamtsäure müsste bei uns mit 5,54 g/l ausgezeichnet werden. Was wir mit der Angabe des Gesamtsäurewertes nicht erfahren ist das Spektrum der enthaltenen Säuren. Da die einzelnen Säuren unterschiedliche pH-Werte (Angabe für Stärke von Säuren) haben, damit unterschiedlich sauer schmecken, können zwei trockene Weine mit z.B. 5 g/l Gesamtsäure unterschiedlich sauer schmecken. Spritzig, sauer, falls ein größerer Anteil Äpfelsäure enthalten ist, milder, falls diese zur milderen Milchsäure umgewandelt wurde.

Karaffe mit Wein, Toni Wallisch

Das Viino Fazit:

Auch wenn wir die Höhe der Gesamtsäure kennen, können wir allein daraus keine verlässlichen Rückschlüsse ziehen, ob bei diesem Wein die Säure stilprägend ist oder nicht. Verlassen wir uns deshalb auf unseren eigenen Geschmack, gehen zum Winzer/Weinhändler unseres Vertrauens, lassen uns beraten und probieren die Weine vor dem Kauf.

Fotos: Pixelbay
Wein mit Beigeschmack – die WISO Doku

Wein mit Beigeschmack – die WISO Doku

Die Redaktion WISO sendete im ZDF eine Dokumentation über Weinherstellung. Der Bogen wurde von den Durchschnittspreisen, die der Verbraucher für eine Flasche Wein in Deutschland bezahlt, über die beliebtesten Kauforte für Wein und die populärsten Weinregionen bis hin zur Weinherstellung und den Produktionskosten gespannt. Unter Weinliebhabern wird die Dokumentation allerdings kontorvers diskutiert.

WEINGUT PROBST                      ACHKARREN IM KAISERSTUHL

WEINGUT PROBST ACHKARREN IM KAISERSTUHL

Der Kaiserstuhl ist eines von neun Weinbaugebieten der Weinregion Baden. Das Achkarrer Tal mit seiner Einzellage Schlossberg gilt als eine der besten Weinbergslagen Deutschlands. Reiner Probst baut in Achkarren noch selber Weine aus, statt die Trauben wie viele seiner Kolleg*innen an die örtliche Winzergenossenschaft zu liefern. Neben den Klassikern Weiß-/Grau – und Spätburgunder, baut er auch Rebsorten wie Roter Muskateller, Gewürztraminer und Syrah aus – und zwar konsequent trocken (mit Ausnahme des Muskatellers). Das nahe Elsass lässt grüßen.

Anton Wallisch

Anton Wallisch

Servus, ich bin der Toni. Auf „viino“ hat mich meine Nachbarin aufmerksam gemacht, mit dem Hinweis, dass Claudia, die Gründerin dieses Wein-Blogs noch Interessierte zum Mitmachen sucht. Da mir Schreiben Spaß macht, nahm ich spontan Kontakt auf.

Warum schreibe ich über Wein?

Neben meinen Hobbys Malerei, analoge Fotografie und Schnaps brennen bin ich seit 35 Jahren mit der Vielfalt der Weinwelt eng verbunden, zuerst als Liebhaber, später auch als Inhaber eines eigenen Weinladens. In dieser spannenden Zeit konnte ich viele Kontakte knüpfen und bekam Einblicke in die Weinszene, weit über übliche Kellerführungen hinaus. Mein besonderes Augenmerk widmete ich den unterschiedlichen Techniken der Weinbereitung. Viele Winzer gehen hierzu ihre eigenen spannenden Wege.

Lieblingswein und Lieblingsregion

Mein Lieblingsweißwein ist ein gehaltvoller, körperreicher Weißburgunder. Bei den Roten bevorzuge ich klassisch im großen Holzfass ausgebaute Weine; diese dürfen auch eine ausgeprägte Tanninstruktur aufweisen.

Meine bevorzugten Weinregionen sind der Kaiserstuhl, Elsass – hier besonders die süffigen Gewürztraminer – und das Burgenland.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen meiner Beiträge.

Toni

Nicole Roth – Weingut Roth, Franken

Nicole Roth – Weingut Roth, Franken

Nicole Roth ist nicht nur Winzerin, sondern auch Influencerin, die sich für ihren Wein, den Weinbau in Franken und die Menschen, die davon leben, stark macht. Unter anderem ist sie aktiv bei Vinissima Frauen und Wein e.V. und ihr Name wird regelmäßig im Zusammenhang mit äußert gelungenen Online-Wein genannt.

Weinregion Venezien – alles Lugana oder was?

Weinregion Venezien – alles Lugana oder was?

Das Weingebiet Venetien beginnt am Gardasee bei der Kommune Malcesine und erstreckt sich südwestlich von Verona bis knapp über Ferrara. Es zählt zu den drei größten Weinregionen des Landes und bietet sowohl beliebte Weiß- als auch herausragende Rotweine.

Das Weinheim in Schwabing – die Weinbar für Weingeniesser

Das Weinheim in Schwabing – die Weinbar für Weingeniesser

Feine, regional geprägte Küche begleitet die Weine

Das Weinheim gibt es in München seit 2018 mitten im Herzen Schwabings am Kurfürstenplatz und es hat den Lockdown überlebt! Der Schwerpunkt liegt auf deutschen und österreichischen Weinen. Rund 60 verschiedene Tröpfchen stehen zur Auswahl. Als „Weinbegleitung“ zaubert Küchenchef Norman Spezialitäten und Klassiker der deutsch-österreichischen Küche und überrascht mit ungewöhnlichen Kombinationen wie Roastbeef-Fetzen auf Wassermelone mit frischem Salat im Flädlenest. Köstlich! (mehr …)

Weinregion Pfalz

Weinregion Pfalz

Die Pfalz ist das zweitgrößte Anbaugebiet Deutschlands. Wegen seines sonnigen Klimas und der idyllischen Lage mit den kleinen Weindörfern vergleicht man es oft mit der Toskana. Im Gegensatz zu dort wird aber mehr Weiß- als Rotwein angebaut, etwa im Verhältnis 1:3. Dennoch ist die Pfalz das größte Rotweingebiet in Deutschland und auch das größte Riesling-Anbaugebiet der Welt.